Klinker & Ziegelwerk

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Verfasst von:

Marcus Gillrath

28. Juni 2014

Klinkerkleid für die Kirche am Meer

Der Katholische Kirchenfonds St. Marien aus Schillig hat die Architekten Königs aus Köln beauftragt, die Kirche am Meer in Wangerland zu entwerfen und zu bauen. Nach Fertigstellung 2012 sind die Architekten Königs mit dem Fritz Höger Preis in Silber ausgezeichnet worden.

Thema: Kirche und Meer

Beim Entwurf sollten Kirche und Meer zusammen in einem Gebäude vereint werden. Während Turm und Grundrissform des herausragenden, expressiven Gebäudes an einen klassischen Kirchenbau erinnern, weckt die geschwungene Wand- und Dachausbildung Assoziationen von Wellen, Dünen und Meer. Der Grundriss ist ein Kreuz mit abgerundeten Ecken. Das Dach besteht aus einer kompletten Fensterfront, die mit Sprossen unterteilt ist. Je nach Sonnenstellung oder Wetterbedingung sieht es so aus, als ob das Licht Wellen schlägt. Die klassischen bunten Fenster, die man sonst aus der Kirche kennt, sind hier nicht zu finden. Durch die Fenster am Dach ergeben sich Farbspiele und Lichtreflexe an den Wänden, wodurch man die Fenster nicht vermisst. An der Dachkonstruktion sind blaue Lampen angebracht worden, wodurch der Raum aussieht, als wäre man unter Wasser. Hiermit wäre das Thema Kirche am Meer wieder aufgegriffen.

In Ausführung und Material ergänzen sich das Tauf- und Weihwasserbecken. Der Altar, Ambo und das Taufbecken sind aus sandfarbenen Naturstein. Dies bildet mit dem gebrochenem weiß der verputzen Wände einen starken Kontrast zu dem anthrazitfarbenen Steinfußboden. Meerestiere fundieren als Fossile in diesem Steinfußboden. Das soll an einen realen Meeresboden erinnern. Die hellen Sandfarben, die an einen Sandstrand erinnern, sind auch in den Kirchenbänken und in der Orgel aufgegriffen worden, da diese aus heller Eiche bestehen. Im Halbkreis, um den Altar sind die Kirchenbänke platziert. Eine Art Wellenkonstruktion ensteht dadurch.

Einzigartiger Brand

Im Oldenburger Format produzierten wir die Sortierung 201, die hier das erste Mal gebrannt wurde. Nach 15 Tagen Produktion wurden diese dann ins Dämpfwerk gebracht. Dort wurden die Steine für 4 Tage bei 1000 °C in einem Kammerofen gedämpft. Durch diesen doppelten Brand wurden die Steine dunkel und anthrazit gefärbt und erhielten so ihre einzigartige Charakteristik. Die Charakteristik zeigt sich vor allem in den Grün- und Blauanteilen, Salzverkrustungen und Kohle-Schmolz- Stellen. Dies sind typische Merkmale vom Ringofenklinker.

Um die Charakteristik der Sortierung zu erhalten, empfiehlt man eine Wechselsortierung. Bei der Wechselsortierung vermauert man Vorder- und Rückseiten zu einem bestimmten Anteil, um ein gewünschtes Erscheinungsbild zu erhalten. Der Maurer hat also jeden Stein gedreht und die schönste Seite ausgewählt und vermauert.

Fotos: Christian Richters