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Klinker & Ziegelwerk

Judith Becker
Verfasst von:

Judith Becker

13. August 2021

Reduktion auf das Wesentliche

Entwurf und Realisierung dieses auf das Wesentliche reduzierte Objekt stammen von den Architekten Egide Meertens. Wie bereits die Zusammenarbeit mit dem Architekten an dem Gebäude mit futuristischer Form mit Gillrather Klinker gezeigt hat, haben die Architekten ihre eigene Architektursprache. Auch in diesem Gebäude spiegelt die einzigartige Fassade das Talent der Architekten wieder. Beide Gebäude sind sehr klar und strukturiert von ihrer Architektur. Trotzdem haben beide Objekte optisch einmalige und einzigartige Akzente.

Die Ähnlichkeit der Architektur wird zum Teil auch durch die Gillrather Ringofensortierung STP Jaco GR 201 im DF hervorgerufen. Beide Objekte tragen die Sortierung in einem dunkleren Brand mit einem hohen Retroanteil. Die Retros entstehen im Ringofen durch die Temperaturen über dem Sinterungspunkt. Dadurch verlieren die Steine ihre gewohnte Form und stechen optisch wie ein 3 D Effekt aus der Fassade vor.

Bei den detaillierten Bildern ist auch schön die Charakteristik eines Ringofenklinkers zu erkennen. Durch die hohen Temperaturen im Ofen sind die Steine teilweise etwas gebogen. Leichte Risse und Kantenabplatzer können durch den Brand immer mal entstehen. Aus dem Ringofen werden die Steine per Hand geholt und können dadurch vereinzelt Kantenabplatzen aufweisen. Die Steine haben dadurch keinen Mangel und sind bedenkenlos durch die geringe Wasseraufnahme zu verarbeiten. Falls die Abplatzung optisch nicht gefällt, kann der Stein von der Rückseite verarbeitet werden. Eine Wechselsortierung ist bei der rustikalen Sortierung immer empfehlenswert. Auf einem der Detailbilder ist aber schön zu sehen, dass trotzdem gerade die Steine mit abgeplatzten Steinen eingesetzt wurden.

Kubistischer Baukörper

In Kombination mit der schmalen Fuge, die leider nicht in Deutschland zugelassen ist, entsteht eine besondere Optik der Fassade. Der Kubistische Baukörper ist eigentlich sehr einfach in seiner Architektursprache. Die vereinzelnd eingesetzten Fenster in unterschiedlichen Größen sind fast bündig zur Klinkerfassade eingesetzt. In dem sehr dunklen Farbton greift diese den Farbton der Fuge wieder auf. Dadurch, dass diese sehr schmal ist, hat diese nur einen geringen Einfluss ins Gesamtbild. Im Gartenbereich über der Terrasse hat der Baukörper mit Flachdach einen Teil ausgespart, um darunter eine überdachte Terrasse entstehen zu lassen.

Das besondere optische Highlight ist aber das Untergeschoss. Dieses ist bis zur Höhe der bodentiefen Fenster nicht waagerecht, sondern senkrecht verklinkert worden. Die Art und Weise des Verklinkerns ist selten bzw. einmalig. Optisch trennt die Verarbeitung beide Stockwerke, setzt damit aber nochmal ein besonderes Akzent.

Foto: Egide Meertens Architekt