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Maschinenzentralstation, Hamburg

MSZ GR 80
DF 240x115x52mm

Die Sanierung und Erweiterung der historischen Maschinenzentralstation verbindet den sorgfältig erhaltenen Bestand mit einem zeitgemäß neu interpretierten Kopfbau.

Biwermau Architekten

Maschinenzentralstation, Hamburg

MSZ GR 80
DF 240x115x52mm

Mit der Sanierung und Erweiterung der ehemaligen Maschinenzentralstation erhält ein bedeutendes Gebäude der Hamburger Speicherstadt eine neue Zukunft. Die 1880 errichtete Maschinenzentralstation war Teil des ersten Bauabschnitts der Speicherstadt und diente gemeinsam mit dem benachbarten Kesselhaus der Energieversorgung der Speichergebäude.

Der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kopfbau wurde auf den historischen Fundamenten in seiner ursprünglichen Größe und Kubatur wiedererrichtet. Gemeinsam mit dem sorgfältig sanierten Bestand entsteht so wieder ein zusammenhängendes Gebäude, das die unterschiedlichen Zeitschichten seiner Geschichte sichtbar macht.

Schritt für Schritt zum passenden Klinker

Eine besondere Herausforderung bei der Gestaltung des Neubaus war die farbliche und gestalterische Annäherung an den historischen Bestand. In einem intensiven Bemusterungsprozess wurde die passende Klinkerwirkung deshalb Schritt für Schritt entwickelt und anhand verschiedener Mock-ups direkt am Objekt überprüft.

Unterschiedliche Farbmischungen, Brennwirkungen und Oberflächen wurden miteinander verglichen und immer weiter an die vorhandene historische Bausubstanz angenähert. Ziel war dabei keine exakte Kopie des Bestands, sondern eine Sondersortierung, die dessen charakteristische Farbigkeit und Materialwirkung aufnimmt und gleichzeitig als zeitgemäße Ergänzung erkennbar bleibt.

So entstand die Wasserstrich-Spezialsortierung WSP DF GR 80 „Speicherstadt“.

WSP DF GR 80 – eine eigens entwickelte Sondersortierung

Die Sondersortierung „Speicherstadt“ ist optisch ruhiger als die Standardsortierung GR 80 und wurde gezielt auf das historische Umfeld abgestimmt. Ein vielschichtiges Farbspiel aus dominierenden Orange- und warmen Hellrottönen wird durch vereinzelte braune Nuancen ergänzt. Ein geringfügiger Kohlebrand setzt einzelne dunklere Akzente, ohne das insgesamt ruhige und harmonische Erscheinungsbild zu dominieren.

Auch die typische Wasserstrichoberfläche trägt zur besonderen Wirkung bei. Die raue, matte Struktur verleiht der Fassade eine dezente Textur und natürliche Materialität. Im Zusammenspiel mit der fein abgestimmten Farbnuancierung entsteht eine Oberfläche mit Tiefe und Individualität, die sich sensibel in die Backsteinarchitektur der Speicherstadt einfügt.

Alt und Neu in einem gemeinsamen Haus

Der Entwurf des neuen Kopfbaus versteht sich als zeitgenössische Ergänzung des historischen Bestands. Die eigens entwickelte Sondersortierung unterstützt diesen Gedanken, indem sie die warme, vielschichtige Materialität der Speicherstadt aufgreift, ohne den Neubau zur bloßen Rekonstruktion werden zu lassen.

Das Projekt zeigt, wie durch einen intensiven Bemusterungsprozess und die schrittweise Entwicklung einer individuellen Klinkersortierung eine neue Fassade entstehen kann, die sich respektvoll an den Bestand annähert und gleichzeitig eine eigene, zeitgemäße Identität besitzt.

Fotos: Hannes Heitmüller 

Kein Bezugsstein